Uhrenhändler unbemerkt abgemahnt

Sagen Ihnen die Anwälte Waldorf Frommer aus München etwas? Ein befreundeter Uhrenhändler aus München erzählte mir neulich eine Geschichte, die mein Interesse weckte. Der Inhaber eines Geschäfts für Armbanduhren, Taschenuhren und Schreibtischuhren aus München hatte im Internet bei Amazon eine tolle Quarzuhr gesehen. Quarzuhren sind heute eher selten geworden, weil zunehmend Automatikuhren und Funkuhren verkauft werden. Das Sammlerstück stammte aus dem Jahr 1927 und war eine der ersten Quarzuhren, die je gebaut wurden. Nicht so genau wie eine Atomuhr, aber ein echtes Schätzchen und extrem wertvoll, weil sie zudem eine Lünette aus einem Gold besaß.

Mein Kollege kontaktierte also den Verkäufer bei Amazon und wollte wissen, wie er die Uhr erwerben kann. Leider war ein anderer Uhrensammler schneller und hatte den begehrten Zeitmesser bereits gekauft. Die Enttäuschung war groß, die Zeit war reif für eine kleine Ablenkung.

Obwohl es schon spät war, ging mein Bekannter noch einmal ins Internet und schaute, ob er vielleicht eine schöne Digitaluhr ergattern könnte. Seine kleine Tochter hatte aber offensichtlich eine Internet-Tauschbörse auf den PC geladen. Mein Freund war mit diesen Musiktauschbörsen nicht sonderlich vertraut, er war schon etwas älter und der Zahn der Zeit hatte an ihm genagt. Daher bemerkte er nicht, dass die Anwälte Waldorf Frommer über eine antipiracy-Firma seine IP-Adresse loggten, weil sein PC im Hintergrund ein Hörbuch von Harry Potter herunterlud, das seine kleine Tochter gerne haben wollte.

Die Abmahnung ließ nicht lange auf sich warten. Wenige Tage später ging mein Freund zu seinem Briefkasten und fischte eine Abmahnung der Anwälte Waldorf Frommer aus München aus seiner Post. Ihm wurde mitgeteilt, dass die Kanzlei den Hörbuchverlag vertritt, welcher die Harry-Potter-Hörbücher vertreibt. Er sollte eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben und 856,00 Euro Schadensersatz zahlen. Viel Geld dafür, dass er eigentlich eine Quarzuhr im Internet gesucht hatte. Zum Glück konnte sich der Uhrenhändler mit der Hilfe einer spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei aus Marburg aus der Affäre ziehen. Das hätte schnell ins Auge gehen können, aber die Marburger Rechtsanwälte nahmen sich viel Zeit für meinen Kollegen. Sie konnten sogar ein kleines Fachgespräch über Automatikuhren führen, weil die Rechtsanwälte aus Marburg (www.haftungsrecht.com) viele Abgemahnte vertreten, die mit Uhrenplagiaten handeln. Glück gehabt!

Mein Kollege wird um Tauschbörsen im Internet künftig einen großen Bogen machen und lieber nach einer schönen anlogen Uhr Aussicht halten. Da versteht er halt mehr von.

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